Erstmals in der Franchise-Geschichte reisen die RAIDERS Tirol nach Madrid. Im Duell mit den Bravos geht es für das Team von Head Coach Jim Herrmann um mehr als nur einen Auswärtssieg – nämlich um eine bessere Position im Playoff-Rennen.

Es war ein bitterer Ausgang, den das White-Out-Game gegen die Munich Ravens für die Tiroler genommen hat. Am Ende stand eine knappe Niederlage zu Buche – eine, die aus Sicht von Head Coach Jim Herrmann durchaus vermeidbar gewesen wäre: „Wir wollten natürlich gewinnen, aber ich habe sehr viele Dinge gesehen, die mir gefallen haben. Wir haben gut genug gespielt, um zu gewinnen – aber ein paar Sachen müssen wir auch ausbessern, vor allem die Penalties. Es gab Situationen, in denen wir uns selbst im Weg gestanden sind – auch wir Coaches haben Fehler gemacht. Das kann man sich nicht leisten, wenn man gewinnen möchte. Aber man darf nach einer Niederlage nicht nur das Negative sehen, sondern auch die positiven Dinge hervorheben und darauf aufbauen für die kommenden Aufgaben“, analysiert Herrmann.

Wie erstes Playoff-Spiel der Saison

Die knappe Niederlage gegen die Munich Ravens ist inzwischen abgehakt – der Fokus liegt nun ganz auf der nächsten Herausforderung: Die RAIDERS Tirol reisen nach Madrid, um sich im Divisionsduell mit einem Sieg gegen die Bravos eine bessere Ausgangsposition im Playoff-Kampf zu sichern.

„Das Spiel gegen die Madrid Bravos ist im Grunde unser erstes Playoff-Spiel der Saison – und so behandeln wir es auch. Wir haben uns einen soliden Spielplan zurechtgelegt und eine intensive Vorbereitungswoche absolviert. Wenn wir konzentriert bleiben, unser Spiel durchziehen und auf unserem Niveau spielen, sind wir zuversichtlich, dass wir das Spiel gewinnen werden“, zeigt sich Safety Jan Mayerhofer bereit.

Die Spanier konnten die Tiroler dank eines deutlichen 61:6-Auswärtssiegs bei den Helvetic Mercenaries in der Tabelle der Division South überholen und hätten derzeit einen Playoff-Platz sicher. Dementsprechend sollten die RAIDERS am Wochenende gewinnen, um Madrid wieder hinter sich zu lassen. Die erste Begegnung zwischen den beiden Teams ging Mitte Juni haarscharf an die RAIDERS – in einem echten Nailbiter gewann man am Tivoli mit 35:34.

Herrmann mit Lob für Madrids Quarterback

Schon damals waren es vor allem zwei Spieler der Bravos, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten: Quarterback Reid Sinnett und Wide Receiver Aron Cruickshank. Die US-Amerikaner sind absolute Playmaker auf ihren jeweiligen Positionen – Sinnett führt die Liga mit 2.961 Passing Yards und 37 Touchdowns an, Cruickshank ist bester Receiver mit 1.363 Yards und satten 17 Touchdowns.

„Madrid wird eine Herausforderung. Sie haben einen sehr guten Quarterback mit NFL-Erfahrung, der auch schon bei mir in der XFL gespielt hat. Ich glaube, er ist der beste Spieler der Liga und hat Qualitäten, die die ELF in dieser Form noch nicht gesehen hat. Er sieht und kennt Defensivstrategien, wie man sie aus der NFL kennt – das sind auch Dinge, die wir in unserer Defense spielen. Er hat eine sehr gute Übersicht und einen Wide Receiver, der schon jetzt über 1.400 Receiving Yards erzielt hat. Ihn müssen wir stoppen und seine Ausbeute so klein wie möglich halten. Ich freue mich sehr auf die Herausforderung!“, lobt RAIDERS-Coach Herrmann Sinnett und Cruickshank.

Dementsprechend wenig verwunderlich stehen die Bravos mit durchschnittlich 481,1 Yards pro Partie an der Ligaspitze – noch vor den ungeschlagenen Nordic Storm. 353 Yards erzielt Sinnett im Schnitt allein durch das Passspiel. Dafür ist das Laufspiel mit 135,1 Yards pro Spiel nur das neuntbeste der ELF. Defensiv sind die Tiroler und die Spanier fast gleichauf – 334,3 Yards lassen die Bravos im Schnitt zu, 330 sind es auf Seiten der RAIDERS. Dafür klappt der Pass Rush mit 15 Sacks gut – ein Kollektiv mehrerer Spieler ist für diese Ausbeute verantwortlich.

„Wir wollen offensiv so weitermachen wie bisher und defensiv die Strafen eliminieren. Dann sind wir sehr schwer zu stoppen“, gibt Coach Herrmann mit auf den Weg. Personell müssen die RAIDERS weiterhin auf Runningback Tobias Bonatti verzichten – dafür sollte der angeschlagene Lukas Haslwanter rechtzeitig wieder fit werden.