Die Chancen waren nur noch gering, nach der 24:34-Niederlage gegen die Rhein Fire steht fest: Die RAIDERS Tirol werden auch diese Saison die Playoffs verpassen. Das Team von Jim Herrmann startete stark, ehe sich der Favorit absetzen konnte.
Fantastischer Start für RAIDERS Tirol
Die Gäste eröffneten mit der Offensive das Spiel tief aus der eigenen Hälfte. Head Coach Jim Herrmann setzte zu Beginn vor allem auf das Laufspiel. So kamen Runningback Lukas Haslwanter und Quarterback N’Kosi Perry zu kurzen Raumgewinnen, die dennoch für ein neues First Down reichten. Import-Runningback Tyrrell Bovelle legte mit zwei Läufen über jeweils 8 Yards nach und hielt den Drive am Leben. Kurz darauf fand Perry JaCorey Sullivan per Pass für 11 Yards – die Tiroler befanden sich damit bereits in der Hälfte der Gastgeber. Jan Wiesauer erhielt zwei Carries und sammelte weitere Yards, bevor Perry mit einem präzisen 33-Yard-Pass abermals Sullivan bediente. Der Touchdown krönte einen souveränen Eröffnungsdrive. Der Extrapunkt war gut – 7:0 für die RAIDERS.
Der amtierende Meister antwortete im selben Stil: Ein ausgewogener Mix aus Läufen und Pässen brachte konstanten Raumgewinn. Besonders Runningback Jonathan Scott setzte mit einem 21-Yard-Run ein frühes Ausrufezeichen. Quarterback Chad Jeffries suchte immer wieder Receiver Harlan Kwofie, der in dieser Serie allein gleich vier Pässe fing. Den Abschluss setzte ebenfalls Kwofie mit einem 7-Yard-Touchdown. Auch hier war der Kick gut – 7:7 gegen Ende des ersten Viertels.
Im folgenden Drive verlängerte eine Strafe gegen die Rhein Fire die Angriffsserie der Tiroler, die weiterhin dem Lauf treu blieben. Den größten Raumgewinn erzielten sie jedoch durch die Luft: Bruno Escobar fing einen 22-Yard-Pass von Perry und brachte sein Team damit erneut über die Mittellinie. Nach einem kurzen Run von Bovelle endete das erste Viertel.
Hin und her
Der zweite Spielabschnitt begann furios: Nach einem 1-Yard-Run von Wiesauer schalteten die RAIDERS auf Passspiel um – und Perry fand zum zweiten Mal Sullivan in der Endzone. Der 30-Yard-Touchdown stellte die Führung wieder her, nach dem PAT stand es 14:7 für die Tiroler.
Doch auch diesmal ließ die Antwort der Gastgeber nicht lange auf sich warten. Ein First Down über Kwofie ebnete den Weg, dann setzte Jonathan Scott zu einem spektakulären 41-Yard-Touchdown-Lauf an, bei dem er mehrere Verteidiger stehen ließ. Der Extrapunkt misslang jedoch, sodass die RAIDERS mit 14:13 in Front blieben.
Die nächsten beiden Drives blieben ohne Punkte – die RAIDERS mussten punten, Rhein Fire vergab ein langes Field Goal.
Der letzte Drive der Tiroler vor der Pause hingegen war wieder effizienter: Jan Wiesauer startete mit einem 10-Yard-Run, ehe JaCorey Sullivan mit einem Raumgewinn von 8 Yards das nächste First Down erzielte. Receiver Toni Rabensteiner brachte wenig später satte 19 Yards ein, und dank Läufen von Bovelle und Wiesauer stand man bereits an der 8-Yard-Linie der Fire. Die Defensive der Fire hielt, nach einer Strafe gegen die Tiroler musste Kicker Jonata Loria einen 39-Yard-Versuch antreten – und traf! 17:13 kurz vor der Halbzeit.
Doch noch war nicht Schluss, auch die Gastgeber wollten vor der Pause noch einmal antworten. Durch einen starken Lauf nach dem Catch brachte Kwofie sein Team mit einem Raumgewinn von 53 Yards direkt in die Red Zone der RAIDERS. Kurze Zeit später glänzte der Receiver mit einem starken Catch in der Endzone – damit ging Fire zum ersten Mal in Führung – 17:20, der Pausenstand.
Fire dominiert
Das Momentum lag nun auf der Seite der Hausherren, die direkt nach der Pause mit der Offensive weitermachten. Chad Jeffries brachte zwei Pässe bei Kwofie an, wodurch sich sein Team erneut in Richtung Feldmitte bewegte. Ein Pass auf Jannik Loercks endete in einem 57-Yard-Touchdown nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff – 17:27 nach PAT und ein bitterer Beginn in die zweite Hälfte aus Sicht der Tiroler.
Jetzt war die Offensive der RAIDERS gefordert. Die Defensive von Rhein Fire zeigte sich in dieser Phase sehr wach und konnte die Tiroler rechtzeitig stoppen. Jim Herrmann ließ einen vierten Versuch ausspielen und kam damit zu einem neuen First Down durch Bovelle. Im weiteren Verlauf gelang jedoch kein positives Play mehr und man war zum Punt gezwungen.
Umgekehrt machten die Fire kompromisslos weiter: TJ Alexander war per Lauf erfolgreich, Chad Jeffries per Pass auf Clemens Schuldt, der gleich 27 Yards erzielte. Nach zwei gescheiterten Passversuchen fand Jeffries schließlich wieder Harlan Kwofie für einen 25-Yard-Touchdown. Der dritte Score des deutschen Receivers baute die Führung aus – 17:34 nach PAT.
Doch bei den RAIDERS Tirol dachte niemand ans Aufgeben – noch war genügend Zeit auf der Uhr und man wollte den Rückstand verkleinern. So entstand ein langer Drive, der die RAIDERS von der eigenen 36-Yard-Linie einerseits durch Passspielzüge nach vorne brachte, andererseits durch einen Sack an Perry wieder zurückwarf. Auch in dieser Serie wurde ein vierter Versuch ausgespielt, der abermals dank Sullivan erfolgreich war. Jan Wiesauer lief für 4 Yards bis an die 31-Yard-Linie der Fire, ehe das dritte Viertel endete.
Touchdown kommt zu spät
Der letzte Abschnitt begann mit einem überworfenen Pass von Perry in Richtung Philipp Haun. Lukas Haslwanter holte per kurzem Catch 8 Yards heraus, was das folgende Play vorbereitete: Ein Pass in die Endzone auf Markus Schaberl, den der Tight End sichern konnte! Touchdown RAIDERS Tirol – 24:34 nach PAT.
Ein Stopp der Tiroler Defensive war jetzt gefragt – und sie lieferte. Rhein Fire wurde nach sechs Plays zum Punt gezwungen und die RAIDERS übernahmen neun Minuten vor Spielende wieder den Ball. Coach Herrmann ließ Perry werfen, der in Sullivan und Haun Abnehmer seiner Pässe fand, die zu First Downs führten. Doch diesmal kam man nicht über die Mittellinie hinaus, auch ein vierter Versuch scheiterte. Sechs Minuten vor Ende stand man dementsprechend mit dem Rücken zur Wand.
Chad Jeffries wurde rasch gesackt, ein langer dritter Versuch war die Folge für die Fire – und erneut war Kwofie zur Stelle und holte das First Down. Auch wenn keine Punkte mehr aufs Scoreboard kamen, wurde viel Zeit von der Uhr genommen, sodass die RAIDERS erst 2:40 Minuten vor Schluss wieder in Ballbesitz kamen.
Es musste jetzt schnell gehen, und Perry verteilte Bälle auf Philipp Haun und Markus Schaberl, was die RAIDERS in die gegnerische Hälfte brachte. Mehrere gescheiterte Passversuche und ein Sack an Perry zwangen die Tiroler zum Ausspielen eines vierten Versuchs mit 16 Yards zu überwinden – überworfen. Rhein Fire übernahm, kniete ab und beendete damit die Playoff-Hoffnungen der RAIDERS Tirol. Zum dritten Mal in Folge verpassen die Tiroler damit die Postseason.