Das lange Warten hatte endlich ein Ende: Die Raiders Tirol empfingen in der vierten Woche der neuen EFA-Saison die Frankfurt Galaxy zum ersten Heimspiel 2026. Für beide Teams ging es um den ersten Sieg des Jahres. Am Ende setzten sich die Gäste aus Frankfurt mit 5:21 durch.
Traumstart nach erzwungenem Turnover
Die Gäste begannen stark: Quarterback Ethan Garbers startete direkt mit zwei Pässen auf seinen Tight End Adrià Botella Moreno, der gleich in die Hälfte der Raiders Tirol vordrang. Wenig später verzeichnete Receiver Brevin Easton seinen ersten Catch und brachte die Frankfurter damit tief in die Red Zone der Tiroler. Mit dem ersten Rushing-Versuch von Gerald Ameln folgte das erste Big Play der Partie: Dem Runningback wurde der Ball von Raiders-Safety Jan Mayerhofer aus den Händen geschlagen, und Linebacker Precious Ogbevoen sicherte den Hausherren den Ballbesitz.
Diese Chance nutzte die Offensive sofort: Quarterback Steven Krajewski fackelte nicht lange und ging gleich in seinem ersten Passversuch tief. In Aaron Jackson fand er einen Abnehmer, der bis an die 30-Yard-Linie der Galaxy kam. Nach zwei kurzen Runs von Tobias Bonatti und einem missglückten Passversuch kam Kicker Jonata Loria aufs Feld. Der Italiener blieb cool und sorgte mit einem 43-Yard-Field-Goal für die ersten Punkte der Partie – 3:0 für die Hausherren.
Der anschließende Drive der Frankfurter lief abermals hauptsächlich über Brevin Easton und Adrià Botella Moreno, wurde aber vor allem von einer Pass-Interference-Strafe gegen die Raiders Tirol beeinflusst. Dadurch stand Frankfurt Galaxy etwas mehr als zehn Yards vor der Endzone. Precious Ogbevoen blieb auf Seiten der Tiroler der Mann der Frühphase und sorgte mit einem Sack an Ethan Garbers für Entlastung. Ein weiterer Lauf von Easton resultierte in einem Fourth Down, das die Hessen durch einen QB-Run erfolgreich gestalteten. Ein schlechter Snap hätte den Raiders beinahe den zweiten Turnover beschert, Garbers sicherte den Ball aber gerade noch. Die Tiroler Defensive hielt stand, sodass auch die Galaxy auf ein Field Goal setzen mussten – 3:3 nach einem 25-Yard-Kick von Ryan Rimmler.
Fehler im Special Team bringen Frankfurt in Front
Die jeweiligen nächsten Drives endeten rasch. Erst zu Beginn des zweiten Viertels erspielten sich die Raiders Tirol durch Marco Schneider ein neues First Down, weitere Punkte blieben jedoch aus. Nachdem der darauffolgende Drive der Tiroler gestoppt wurde, führte ein missglückter Snap beim Punt dazu, dass die Galaxy nur wenige Yards vor der Tiroler Endzone starteten. Quarterback Garbers nahm sich ein Herz und erzielte per Lauf den ersten Touchdown des Abends. Nach einem geblockten PAT stand es Mitte des zweiten Viertels 3:9.
Die Hausherren fanden darauf keine Antwort: Steven Krajewski warf eine Interception, die allerdings nichts Zählbares für die Gäste einbrachte. Als bereits alles nach einem Pausenstand von 3:9 aussah, wagte Garbers mit einem tiefen Pass auf Easton noch einmal einen Vorstoß. Der Receiver sicherte den Ball und wurde erst an der 6-Yard-Line gestoppt. Mit einem Trickplay, bei dem Garbers schlussendlich selbst als Passempfänger in Erscheinung trat, erhöhten die Frankfurter nach erfolgreichem PAT zum 3:16-Halbzeitstand.
Safety-Punkte bringen nur kurz Hoffnung
Direkt nach der Pause starteten die Raiders Tirol mit einem Quarterback-Run für ein neues First Down. Allerdings endete die Angriffsserie nach drei Downs ebenso schnell wie die erste Serie der Hessen in der zweiten Hälfte. Die Raiders Tirol setzten in weiterer Folge vermehrt auf das Laufspiel um die Runningbacks Lukas Haslwanter, Tobias Bonatti und Tim Tonko, was für stetigen Raumgewinn sorgte, schlussendlich aber in einem Punt mündete. Defensiv hielten die Tiroler gut dagegen und zwangen die Galaxy ebenfalls zum Punt, dessen Snap allerdings komplett misslang: Der Ball flog weit über den Punter durch die Endzone, was einen Safety für die Raiders Tirol bedeutete – 5:16 und die direkte Chance auf eine Aufholjagd mit neuem Ballbesitz.
Eine Strafe nach dem Return von Aaron Jackson bedeutete jedoch ein relativ langes Feld für Krajewski und Co. Durch eine ausbalancierte Offense arbeiteten sich die Raiders Tirol zwar immer weiter vor, doch ein tiefer Pass von Krajewski auf Jackson wurde von Jaylen Clay abgefangen. Die Galaxy schlugen aus diesem Turnover Kapital und erhöhten durch ein Field Goal auf 5:19 knapp zehn Minuten vor dem Ende. Den Tirolern gelang kein offensiver Befreiungsschlag mehr; ein später Safety gegen die Hausherren brachte die endgültige Entscheidung zum 5:21-Endstand.
Stimmen
Precious Ogbevoen: „Wir haben stark angefangen, aber im Laufe des Spiels ging bei uns einfach nicht mehr viel zusammen. Die Defensive hat uns zwar im Spiel gehalten, aber in der Offensive hat es heute leider überhaupt nicht geklappt. Wir waren wohl auch etwas angeschlagen und unser Gameplan ging einfach nicht so auf, wie wir uns das gewünscht hätten. Dazu kamen dann noch einige Fehler, durch die sie zu Punkten gekommen sind. Heute haben sie gewonnen, aber wir sehen uns ja schon in ein paar Wochen wieder.“
Adrian Platzgummer: „Wir wussten natürlich, dass die Frankfurter Defensive extrem stark und athletisch besetzt ist. Es war klar, dass es schwer wird, das Laufspiel zu etablieren. Wir haben in der Offensive einfach nie den Rhythmus gefunden. Sie haben enormen Druck auf unser Passspiel ausgeübt, wodurch wir keinen einzigen Drive richtig aufziehen konnten. Es war einfach ein verdammt harter Arbeitstag für uns. Ab Montag muss in unseren Köpfen wieder alles auf Null stehen. Unser einziges Ziel für das Ende der Woche lautet: 1-0 zu gehen. Wir müssen jetzt an unseren Fehlern und noch härter an uns arbeiten.“