Keine Verschnaufpause für das Team von Head Coach Shuan Fatah: Nach dem Offensivspektakel gegen die Munich Ravens zum Auftakt der neuen European Football Alliance-Saison geht es diesen Samstag in Kopenhagen mit dem nächsten Kracher weiter! Gegen Nordic Storm steht nicht nur ein Premierenduell auf dem Programm, sondern auch eine Partie mit einem äußerst starken Gegner.

„Für mich gehören die Nordic Storm neben den Munich Ravens zu den Top-Zwei-Teams der Liga. Sie spielen bereits jetzt wie aus einem Guss, das ist für die frühe Phase der Saison ohne Pre-Season-Games untypisch und zeigt ihre enorme Qualität“, analysiert Coach Fatah. „Uns erwartet eine Woche mit intensiver Videoarbeit und wenig Schlaf. Aber wir sind alle Wettkämpfer und freuen uns auf diese Herausforderung. Solche Spiele machen uns am Ende nur stärker“.

Positive Erkenntnisse trotz Auftaktniederlage

Die Auftaktniederlage gegen die Ravens ist abgehakt, trotz des Ausgangs hat Fatah einige positive Erkenntnisse mitnehmen können: „Von unserem Angriff war ich sehr positiv überrascht. Das, was uns da in München gegenüberstand, ist mit das Beste, was man in Europa bekommen kann. Dafür haben wir uns gut geschlagen und 30 Punkte aufs Board gebracht.“ Allerdings ist er sich auch bewusst, dass noch an einigen Schrauben gedreht werden muss, wenn man in der Liga Siege einfahren möchte: „Unsere Abwehrreihe hat uns zwar ein paar Sorgen bereitet, aber das sind Fehler, die wir im Video-Studium klar analysieren und korrigieren können. Wenn wir diese Abstimmungen fixen, sieht so ein Spiel schnell ganz anders aus. Wir haben unser volles Potenzial definitiv noch nicht erreicht und haben noch jede Menge Luft nach oben“, gibt er die Richtung vor.

Nordic Storm in Frühform

Die Storm starteten mit einem deutlichen 47:13-Sieg gegen die Prague Lions in die Spielzeit. Quarterback Jadrian Clark drückte der Partie seinen Stempel auf, brachte 26 von 33 Pässen (78.8% Completion Rate) bei seinen Mitspielern an und warf für 390 Yards bei fünf Touchdowns und keiner Interception – alles Ligabestwerte nach dem ersten Spieltag. Wichtigster Ballabnehmer für seine Pässe war Receiver Brendan Beaulieu: Der US-amerikanische Import fing neun Bälle für 131 Yards und steuerte vier Scores bei. Lucas Mortensen zeigte seine Stärke ebenfalls einmal in der Endzone und fing einen Touchdown, während sich mit Glen Toonga einer der etabliertesten und explosivsten Runningbacks der vergangenen Jahre mit zwei Rushing-Touchdowns in Frühform zeigte.

Für Coach Fatah ist die frühe Dominanz von Nordic Storm keine Überraschung: „Das größte Geheimnis im Football ist Kontinuität – auf der Quarterback-Position und im Coaching-Staff. Teams wie München oder Nordic Storm arbeiten seit zwei bis drei Jahren an ihrem festen Kern und verstärken sich nur noch punktuell. An diesem Punkt sind wir als Raiders Tirol noch nicht, aber wir arbeiten hart daran.“

Herausforderung für die Tiroler Defense

Clark kontrollierte gegen die Lions das Spiel nach Belieben, warf präzise Pässe, konnte den Ball schnell loswerden und traf die richtigen Entscheidungen. Im Zusammenspiel mit einer dominierenden Offensive-Line und einem gleichermaßen erfolgreichen Laufspiel kamen die Lions so sehr schnell unter die Räder. Gleichzeitig haben die Nordeuropäer auch auf defensiver Seite ihre Gefahr zum Ausdruck gebracht: Der Pass Rush hatte leichtes Spiel mit der tschechischen Offensive Line, man konnte den gegnerischen Quarterback ständig unter Druck setzen (drei Sacks) und ihn daran hindern, einen echten Spielrhythmus zu etablieren. Mitchel Fettig, der vom EFL-Champion Stuttgart Surge nach Kopenhagen kam, sorgte für eine Interception in seinem ersten Spiel. Auf die Raiders Tirol wartet also ein sehr physisches und eingespieltes Team.

Starke Achse im Passspiel

„Man merkt sofort, dass die Dichte in dieser Saison extrem hoch ist. Es gibt keine Spiele mehr, von denen man vorab glaubt, dass man sie sowieso gewinnt. Man muss wirklich jede Woche sein absolut Bestes geben, sonst wird es nichts“, ist sich auch Raiders Tirol-Wide Receiver Toni Rabensteiner der kommenden Aufgabe bewusst. Er zeigte im Auftaktspiel mit einem 25-Yard-Touchdown auf. Allgemein hat der Auftakt im Münchner Grünwalder Stadion schon bemerken lassen, dass Neo-Quarterback Steven Krajewski in der Vorbereitung schon einen guten Draht zu seinen Mitspielern aufbauen konnte. 331 Passing-Yards sind aktuell der zweitbeste Wert der Liga, vor allem mit seinem US-amerikanischen Landsmann Aaron Jackson (147 Receiving-Yards, zwei Touchdowns) hat er die Defensive der Ravens vor Probleme gestellt. Diese Verbindung soll auch gegen die Storm den Ton vorgeben.

Das Laufspiel als nächster Faktor

Das Trio aus Tobias Bonatti, Lukas Haslwanter und Tim Tonko kam zwar über 78 Rushing-Yards bei 23 Versuchen nicht hinaus, dafür waren sie aber schon für Krajewski im Kurzpassspiel ein wichtiger Faktor. Und generell ist bekannt: Wenn das Tiroler Backfield in Fahrt kommt, ist es nur sehr schwer zu stoppen. Auch darauf wollen die Raiders Tirol kommenden Samstag setzen. Es ist die nächste Bewährungsprobe für das im Umbruch befindliche Team.

Active Roster

ALTOBELLI Lorenzo, ARONOKHALE Stanley, BASSI Lorenzo, BAUMGARTNER Florin, BEGLARIAN Mato, BONATTI Tobias, DEMIRCIOBLU Erdim, DJOUMA Jasper, DORNER Benedikt, EGGER Sandro, FABY Milan, FUSCHELBERGER Jonas, HASLWANTER Lukas, HOPSON Dobpson, HUSAREVIC Armin, HYLTON Kobe, JACKSON Aaron, JACKSON Jai, KRAJEWSKI Steven, KRUSE John Levi, LÖFFELBERGER Philipp, LORIA Jonata, LUTZ Vincent, MAIACHER Stefan, MAYERHOFER Jan, MENSAH Jessey, MÖSSINGER Theo, OGBEVOEN Precious, PALZ Berend, PERATHONER David, PILGER Patrick, PLATZGUMMER Adrian, PUUSTINEN Sauli, RABENSTEINER Toni, REITTER Felix, RODLAUER Tobias, SALONEN Felix, SCHEUCHER Jakob, SCHNEIDER Marco, SERRA Andrea, STELZER Jonas, STOCKHAMMER Simon, TONKO Tim, UNGER Tim, VEDOVA Marino, WILD Christopher, WILSON Jaron, WITTBERGER Lukas