Seit 2000 ist Alexander Achammer, in der Football-Community besser bekannt als „Achi“, ein fester Bestandteil der SWARCO Raiders Tirol. Seine Reise begann in der eigenen Jugendabteilung und führte ihn über zahlreiche Titel als Spieler bis an die Seitenlinie. Jetzt schlägt er ein neues Kapitel in seiner beeindruckenden Karriere auf: Als Head Coach führt er das AFL-Team der SWARCO Raiders Tirol in die Saison 2026.

Im Interview spricht Achi über die „Raiders-DNA“, die enge Verzahnung mit dem EFA-Team unter Shuan Fatah und seinen Plan, die nächste Generation von Tiroler Football-Talenten an die europäische Spitze heranzuführen.

Achi, du bist seit dem Jahr 2000 im Verein, hast im Nachwuchs angefangen und als Spieler alles gewonnen. Was bedeutet es dir persönlich, jetzt als Head Coach an der Spitze des AFL-Teams zu stehen?

Ja, ich bin schon lange dabei und es ist wirklich sehr cool, dass sich das ergeben hat und ich das Vertrauen für diese Aufgabe bekomme.

Was war dein erster Gedanke, als die Entscheidung fix war?

Dass sehr viel Arbeit auf mich zukommen wird (lacht). Aber ich habe mich natürlich sehr gefreut. Ich kenne ja doch schon alle Spieler recht lange und für sie mache ich das gerne. Das ist für mich die Hauptsache: Dass ich mich gut mit den Spielern verstehe und ich ihnen in ihrer Entwicklung helfen kann.

Vom Defensive Back zum Head Coach – wie sehr hilft dir deine eigene Erfahrung als Spieler bei den Raiders, um die „Raiders-DNA“ an die junge Generation weiterzugeben?

Das hilft mir sehr! Wenn man selbst gespielt hat, weiß man, wie gewisse Situationen sind. Ich versuche ihnen mitzugeben, dass Football schon auch sehr viel Aufwand ist, jedoch versuche ich es so zu gestalten, dass alle auch Freude am Training haben. Sie sollen Spaß am Football haben, aber auch mit Ernst bei der Sache sein.

Du hast betont, dass die Ausbildung und Weiterentwicklung der Spieler im Mittelpunkt stehen. Wie sieht dein Plan aus, um die jungen Talente aus dem Nachwuchs erfolgreich in die AFL zu integrieren?

Ich arbeite eng mit Shuan zusammen. Wir wollen unser Konzept vom Nachwuchs bis in die EFA-Mannschaft durchziehen, damit die Umstellung für die jungen Spieler in den Erwachsenenbereich leichter umsetzbar ist. Es gibt mittlerweile das +1-System, also können schon einige junge Spieler beim AFL-Team mittrainieren, damit wir sie nach und nach an die Aufgaben heranführen können. Wenn wir merken, dass ein Spieler noch ein bisschen mehr Zeit braucht, kann er durch dieses System noch ein weiteres Jahr der U18 spielen. Wir wollen die Spieler bestmöglich entwickeln – das heißt auch, dass wir einen Nachwuchsspieler nicht auf der Bank sitzen lassen wollen, sondern ihnen Spielpraxis geben. Deshalb ist das sehr gut.

Die AFL soll die Basis für die europäische Ebene sein. Wie eng ist der Austausch mit dem EFA-Team, um eine durchgängige sportliche Philosophie zu garantieren?

Ich sitze jeden Tag mit Shuan zusammen und wir reden sehr offen über alle Spieler – sowohl über jene aus dem AFL- als auch jene, die möglicherweise ins EFA-Team kommen. Wen ziehen wir rauf, wen noch nicht? Darüber tauschen wir uns aus.

Gab es in deiner aktiven Zeit einen Trainer oder Moment, der dich besonders geprägt hat und den du jetzt in deinen eigenen Coaching-Stil einfließen lässt?

Shuan auf jeden Fall, unter ihm habe ich lange gespielt. Und meinen ehemaligen Defensive Back-Coach Richard Yancy, der mich spielerisch sehr geprägt hat. Wenn es um die Mentalität geht, dann bin ich sicherlich noch stark von Shuan geprägt, damit bin ich aufgewachsen.

Mit Roni Salonen als DC und Elias Gniffke als OC hast du ein spannendes Team um dich herum. Wie kam es zu dieser Zusammenstellung und was erwartest du dir von dieser neuen Dynamik im Coaching Staff?

Es hat einen Umschwung im Staff gegeben und Ulz und Shuan haben mich bei der Suche nach passenden Kandidaten sehr unterstützt. Es hat sich schnell herauskristallisiert, dass dieser Staff sehr gut passen würde. Roni kenne ich ja schon länger. Insgesamt ist der Staff nicht komplett neu, es sind einige Coaches geblieben und bis jetzt arbeiten wir sehr gerne und sehr gut miteinander zusammen.

Welche Art von Football möchtest du spielen lassen? Wir haben ja heuer in der NFL gesehen, dass defensiv geprägter Football sehr erfolgreich sein kann.

Prinzipiell bin ich auf Grund meiner Vergangenheit ein defensiv geprägter Typ – aber ohne Offensive funktioniert das Spiel nicht. Der Plan wäre, dass wir beides sehr gut spielen (lacht). Darauf arbeiten wir hin. Wir haben erst angefangen, es ist noch schwer zu sagen, aber am Ende des Tages, möchte ich ein toughes Footballteam haben.

Die AFL ist eine extrem kompetitive Liga. Was sind deine konkreten Ziele für deine erste Saison als Head Coach?

Wir investieren viel Zeit und trainieren sehr viel, daher ist unser Ziel uns auf jedes Spiel so vorzubereiten, dass wir es gewinnen können. Wie das ausgeht, ist natürlich eine andere Frage. Aber darauf arbeiten wir hin und so bereiten wir uns auch vor.

Worauf dürfen sich die Fans freuen, wenn sie das AFL-Team unter deiner Leitung spielen sehen?

Auf harten und spannenden Football!