Nach zwei Auswärtsspielen geht es endlich auch im Tivoli Stadion los: Die Raiders Tirol treffen in der vierten Woche der neuen European Football Alliance-Saison auf die Frankfurt Galaxy. Ein Gipfeltreffen zweier Traditionsvereine. Los geht’s am Samstag, 6. Juni um 18.00 Uhr.

Große Vorfreude auf das Tivoli-Wiedersehen

Head Coach Shuan Fatah kann den Kick-Off kaum erwarten: „Für mich persönlich ist die Vorfreude auf das erste Heimspiel riesig! Mein letztes Heimspiel im Tivoli ist jetzt sieben Jahre her, es ist ein einzigartiges Erlebnis in diesem Stadion zu spielen“, freut sich der Head Coach. „Ich freue mich auch, dass es gegen die Galaxy geht – ich kenne sie schon seit meiner Zeit in der NFL Europe. Sie sind ein großer Name, sehr erfolgreich und ein toller Gegner zum Heimauftakt, mit dem wir uns gerne messen.“

Für die Raiders Tirol wird die Partie zu einer weiteren Chance, den ersten Saisonsieg einzufahren. Nachdem man mit den Munich Ravens und den Nordic Storm gleich zwei schwere Spiele zum Start der neuen Spielzeit absolviert hat, geht es gegen die Frankfurt Galaxy endlich vor heimischem Publikum los – unter dem passenden Spieltagsmotto „Homecoming“. Die jüngsten Duelle gegen die Hessen liegen schon vier Jahre zurück, Wide Receiver Adrian Platzgummer erinnert sich noch gut an die Spiele: „Wir haben 2022 schon zweimal gegen sie gespielt. Sie spielen wirklich einen harten Football, vor allem in der Defense. Sie sind gespickt mit Nationalteamspielern, also kennt man doch den einen oder anderen. Wir freuen uns sehr darauf.“

Zwei Traditionsvereine unter Zugzwang

Die Galaxy stehen nach zwei Spielen ebenfalls bei zwei Niederlagen, mussten sich im Auftaktmatch den Paris Musketeers knapp mit 20:21 und letztes Wochenende den Munich Ravens deutlich mit 26:45 geschlagen geben. „Frankfurt ist immer stark, sie haben sehr gute Athleten im Kader, sind aber – wie wir noch kein komplettes Team wie zum Beispiel München oder Nordic Storm. Aber sie sind eine klasse Mannschaft, investieren viel und wir würden einen Riesenfehler begehen, wenn wir sie unterschätzen würden, weil sie bei null Siegen und zwei Niederlagen stehen. Das bedeutet gar nichts in der Liga“, erklärt Coach Fatah.

Das Duell der Quarterbacks im Fokus

Angeführt werden die Frankfurter von Quarterback Ethan Garbers, der in den beiden Auftaktpartien für 572 Passing-Yards (55% Completion-Rate) und vier Touchdowns warf. Damit liegt er knapp vor Raiders Tirol-Quarterback Steven Krajewski, der bei 561 Passing-Yards bei gleich vielen Touchdowns steht. Garbers wurde bisher schon satte 13 Mal gesacked, was den absoluten Ligaspitzenwert darstellt, hat dafür aber als einziger Starting-QB noch keine Interception verzeichnet. „Ethan Garbers ist ein Klasse-Quarterback: Quick Release, kann die Beine in die Arme nehmen und losrennen, kann Spielzüge verlängern, ist intelligent, macht fast keine schlechten Würfe. Er ist sicherlich jemand, auf den wir aufpassen müssen“, weiß Shuan Fatah um seine Gefährlichkeit. Garbers Fähigkeiten als Ballträger sind mit 131 Rushing-Yards bei 18 Versuchen schon bemerkbar gewesen, damit liegt er an vierter Stelle ligaweit – noch vor etatmäßigen Runningbacks.

Kommt er seiner Aufgabe als Ballverteiler nach, hat er mit Brevia Easton schon in einem frühen Saisonstadium einen klaren Lieblingsreceiver gefunden. Der US-amerikanische Wide Receiver fing bisher elf von zweiundzwanzig Pässen in seine Richtung für einen Raumgewinn von 168 Yards (Platz vier in der Receiving-Wertung) und zwei Touchdowns. Er ist die klare Nummer eins von Garbers, der aber mit Paul Kavadia-Lenhardt (102 Yards, zwei Touchdowns) und Adria Botella Moreno (96 Yards) noch zwei weitere starke Passempfänger in seinen Reihen hat. Im Laufspiel ist Gerald Ameln die erste Option, der auch schon zwei Scores erzielte (88 Rushing-Yards insgesamt).

Physische Frankfurter Defense wartet

Doch es ist nicht nur die Offensive, auf die man ein Auge legen muss: „Die Defensive ist sehr kompakt, da müssen wir aufpassen. Frankfurt ist insgesamt eine gut besetzte Mannschaft, sie haben aber genauso Problemzonen wie wir und andere Teams in der Liga auch“, warnt Coach Fatah. A-Import Mason Chambers hat sich in seinen ersten zwei Spielen in Europa gleich mit zehn Tackles und einem spektakulären Pick Six vorgestellt, und gleich fünf Galaxy-Spieler halten schon bei einem Sack.

Lernkurve und Zuversicht bei den Tirolern

Auf Seiten der Raiders Tirol scheut man sich aber keineswegs vor der Herausforderung und baut auch auf die Erfahrungen des Saisonauftakts: „Ich bin jemand, der sehen will, wo man steht. Wir haben uns extrem gesteigert im zweiten Spiel, sind dann aber leider eingebrochen am Ende. Aber das ist eine Sache, die wir noch lernen müssen, dass wir richtig durchspielen“, weiß Fatah, wo sich sein Team noch steigern muss. Er bittet um ein wenig Geduld: „Es ist ein Prozess, wir brauchen ein bisschen Zeit. Ich habe immer propagiert, dass wir uns steigern müssen in der Saison. Die Mannschaft hat das verstanden und hat das gemacht gegen Nordic Storm, die sicherlich überrascht waren von uns. Aber am Ende des Tages gilt das alles nicht und man muss gewinnen. Darum geht es im Endeffekt.“

Ähnlich sieht es auch Adrian Platzgummer: „Es war der zu erwartende schwere Start auswärts gegen München als auch gegen Nordic Storm. Schwieriger hätten wir es nicht erwischen können, muss man sagen. Auf der anderen Seite sind wir froh, dass wir gleich am Beginn einen Härtetest gehabt haben. Wir haben über weite Phasen in allen drei Bereichen sehr gut performt. Wir haben uns erst finden müssen mit einem neuen Coachingstaff, Spielern und Coordinators – man hat aber schon gesehen, dass da sehr viel Gutes dabei war, das ist sehr positiv. Wir schauen von Woche zu Woche und für diese Woche sind wir noch 0-0 und wollen mit 1-0 rausgehen nach dem Frankfurt Spiel. Wir müssen die letzten Spiele aus dem Kopf löschen und nach vorne schauen, dann sehe ich unsere Karten gegen Frankfurt sehr gut. “

Roster Moves:

Personell müssen die Raiders Tirol zwar auf Levi Kruse, Andrea Serra und Felix Reitter verzichten, die verletzt ausfallen, dafür bekommt der Kader zum Heimauftakt kräftigen Zuwachs. Gleich drei Akteure stoßen aus dem AFL-Team fest dazu: Vincent Lutz (OL), Felix Kantner (WR) und Noah Fischer Oberhofer (TE) verstärken die Mannschaft. Auf der Tight-End-Position gibt es zudem zwei altbekannte Gesichter: Leonardo Pasquotto kehrt zurück, nachdem er bereits im Vorjahr für die Tiroler auflief, und Markus Schaberl feiert nach seiner Station bei den Paris Musketeers ein Comeback in Innsbruck. Komplett neu im Team begrüßen die Raiders zudem den Schweizer Neuzugang Haytham Abdelli (OL), der unter die Homegrown-Regel fällt. Mit dieser frischen Tiefe im Kader ist alles angerichtet für den ersten Heim-Football-Kracher der neuen Spielzeit.

Active Roster:

ABDELLI Haytham, ALTOBELLI Lorenzo, ARONOKHALE, Stanley, BASSI Lorenzo, BAUMGARTNER Florin, BEGLARIAN Mato, BONATTI Tobias, DEMIRCIOGLU Erdim, DJOUMA Jasper, DORNER Benedikt, EGGER Sandro, FABY Milan, FISCHER-OBERHOFER Noah, FUSCHELBERGER Jonas, HASLWANTER Lukas, HOPSON Dobpson, HUSAREVIC Armin, HYLTON Kobe, JACKSON Aaron, JACKSON Jai, KANTNER Felix, KRAJEWSKI Steven, LÖFFELBERGER Philipp, LORIA Jonata, LUTZ Vincent, MAIACHER Stefan, MAYERHOFER Jan, MENSAH Jessey, MÖSSINGER Theo, OGBEVOEN Precious, PALZ Berend, PASQUOTTO Leonardo, PERATHONER David, PILGER Patrick, PLATZGUMMER Adrian, PUUSTINEN Sauli, RABENSTEINER Toni, RODLAUER Tobias, SALONEN Felix, SCHABERL Markus, SCHNEIDER Marco, SCHEUCHER Jakob, STELZER Jonas, STOCKHAMMER Simon, TONKO Tim, UNGER Tim, VEDOVA Marino, WILD Christopher, WILSON Jaron, WITTBERGER Lukas