Neue Woche – neuer Premierengegner: Die Raiders Tirol treffen erstmals in ihrer Geschichte auf die Paris Musketeers und wollen in diesem historischen Aufeinandertreffen den ersehnten ersten Saisonsieg einfahren. Das Team von Head Coach Shuan Fatah trifft in Paris auf einen Gegner, der zuletzt eine empfindliche Heimniederlage gegen die Munich Ravens einstecken musste.

Coach Fatah sieht die Chance auf ein Ausrufezeichen

„Sie sind auf dem Papier stark besetzt, auch im Trainerstab! Aber am Ende des Tages haben sie sich bis jetzt, wenn man sich die Spiele anschaut, auch nicht mit Ruhm bekleckert. Sie kommen von einem emotionalen, sehr harten Spiel – niemand hat erwartet, dass sie gegen München so unter die Räder kommen. Und das ist unsere Chance, ein Ausrufezeichen zu setzen“, erklärt Coach Fatah.

Auf sein Team bezogen bedeutet das: „Wir müssen diese Woche gut arbeiten, die Fehler ausmerzen, einfach ein bisschen runder spielen, auch mal ein Play machen, das wir bis jetzt nicht machen konnten. Dann sieht das ganz anders aus als gegen Frankfurt. Wir haben gegen gute Gegner die Spiele lange offen gehalten und schon bewiesen, dass wir es können. Wir müssen es nur durchziehen.“

Die Niederlage gegen Frankfurt hat den Head Coach im Nachhinein geärgert. Zu viele Fehler in allen Bereichen machten am Ende den Unterschied: „Frankfurt hat genug getan, um uns zu erlauben, das Spiel zu gewinnen. Aber wir haben noch kein komplettes Spiel gehabt. Ich habe das Gefühl, dass die Defense in den letzten beiden Wochen viel besser geworden ist. Das hat damit zu tun, dass die Spieler auch verstehen, was wir wollen. Ich sehe den Prozess – und auch im Angriff werden wir dafür sorgen, dass wir weitere Schritte vorwärts sehen.“

Offensive-Lineman Tobias Rodlauer stimmt zu: „Die Stimmung tendierte kurz ein bisschen dazu, gedrückt zu sein, aber wir haben uns als Team gegenseitig aufgebaut, sodass das gleich kein Thema mehr war. Wir halten sehr gut zusammen. Deswegen mache ich mir keine Sorgen.“

Das Duell mit dem Jugend-Idol

In Paris trifft Coach Fatah, bekennender Dallas Cowboys-Fan, auf Jack Del Rio und damit auch auf ein Idol: „Ein Held meiner jungen Tage. Es wird für mich auch ein bisschen komisch sein, gegen ihn anzutreten.“ Del Rio, zudem ehemaliger Head Coach der Oakland Raiders, konnte mit seiner Mannschaft bisher zwei Siege in der EFA einfahren und steht auf dem dritten Tabellenplatz. Zum Auftakt setzte man sich hauchdünn gegen die Galaxy durch, in Woche zwei siegte man mit 30:9 deutlich über die Prague Lions.

Pariser Offensiv-Power und starker Pass Rush

Quarterback Zach Edwards ist in Europa kein Unbekannter, steht seit 2023 bei den Parisern unter Vertrag und zeigte in den ersten beiden Partien gute Leistungen, ehe er von der Ravens-Defensive vergangenes Wochenende gestoppt wurde: Edwards wurde bei 89 Passing-Yards gehalten und warf gleich drei Interceptions. Insgesamt steht er bei vier Touchdowns und fünf Picks bei 527 Passing-Yards. Hugo Tekedam und Hassane Dosso sind seine favorisierten Anspielstationen, Tekedam hält schon bei drei Touchdowns und 194 Receiving-Yards. Im Laufspiel ist Edwards selbst mit 138 Yards und zwei Scores der größte Faktor der Franzosen, wobei der etatmäßige Runningback Jason Bofunda mit 130 Yards und einem Touchdown nur knapp dahinter liegt. Defensiv verfügen die Musketeers über einen starken Pass Rush: Digaan Gomis, Kenny Tia, Ilan Barbaras und Yani Gouadfel haben zusammen schon sechs Sacks verzeichnet.

Für die Raiders Tirol wird es am Wochenende also vor allem darauf ankommen, den Pariser Quarterback früh unter Druck zu setzen und selbst in der Offensive die nötigen Schritte nach vorne zu machen, um die französische Hauptstadt mit dem ersten Saisonsieg im Gepäck wieder zu verlassen.

Roster-Update

Die Raiders Tirol müssen einen bitteren Ausfall verkraften: Wide Receiver Aaron Jackson fällt verletzungsbedingt einige Wochen aus und fehlt dem Team in den kommenden Partien. Mit J’Kalon Carter wurde rasch ein Ersatzmann verpflichtet, der die Lücke von Jackson füllen soll. Der US-Amerikaner spielte zuletzt bei den Murray State Racers und tritt nun erstmals in Europa an. Außerdem hat Kobe Hylton die Mannschaft aus persönlichen Gründen verlassen – Trey Rucker wird als neuer A-Import in Paris sein Debüt für die Raiders Tirol geben. Der Defensive Back war zuletzt in der CFL bei den Toronto Argonauts engagiert. Zusätzliche Power für die Offensive Line kommt durch das Signing von Ilija Krajnovic, der unter anderem am Boston College und an der Western Carolina University Erfahrung sammelte.

Active Roster

ABDELLI Haytham, ALTOBELLI Lorenzo, ARONOKHALE Stanley, BASSI Lorenzo, BAUMGARTNER Florin, BEGLARIAN Mato, BONATTI Tobias, CARTER J’Kalon, DEMIRCIOGLU Erdim, DJOUMA Jasper, DORNER Benedikt, DUCE George, EGGER Sandro, FABY Milan, FISCHER-OBERHOFER Noah, FUSCHELBERGER Jonas, HASLWANTER Lukas, HOPSON Dobpson, HUSAREVIC Armin, JACKSON Jai, KANTNER Felix, KRAJEWSKI Steven, KRAJNOVIC Ilija, LÖFFELBERGER Philipp, LORIA Jonata, LUTZ Vincent, MAIACHER Stefan, MAYERHOFER Jan, MENSAH Jessey, MÖSSINGER Theo, OGBEVOEN Precious, PALZ Berend, PERATHONER David, PILGER Patrick, PLATZGUMMER Adrian, PUUSTINEN Sauli, RABENSTEINER Toni, RODLAUER Tobias, SALONEN Felix, SCHABERL Markus, SCHEUCHER Jakob, SCHNEIDER Marco, STELZER Jonas, STOCKHAMMER Simon, TONKO Tim, UNGER Tim, VEDOVA Marino, WILD Christopher, WILSON Jaron, WITTBERGER Lukas