Die Raiders Tirol müssen in der European Football Alliance (EFA) eine denkbar bittere Auswärtsniederlage hinnehmen. Im hochspannenden Duell bei den Paris Musketeers zeigten die Tiroler eine kämpferische Leistung und gingen mit einer 17:10-Führung in die Kabine. Am Ende entschied ein Touchdown der Franzosen wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff eine dramatische Partie, die bis zur allerletzten Sekunde auf des Messers Schneide stand.
Die Raiders Tirol begannen nach einem Return von Marco Schneider mit ihrer Offensive, mussten aber schon nach drei Spielzügen wieder vom Feld gehen. Quarterback Steven Krajewski wollte seinen neuen Receiver J’Kalon Carter früh in Szene setzen, überwarf den Ballfänger aber deutlich.
Auf der anderen Seite legte Quarterback Zach Edwards sofort los und ging tief auf seinen Receiver Austin Mitchell, der den Ball für 51 Yards fing und die Musketeers damit direkt tief in die Red Zone der Tiroler brachte. Nur drei Spielzüge später wurde Receiver Hugo Tekedam von Edwards in der Endzone bedient, der damit den ersten Drive der Musketeers mit einem Touchdown abschloss – 0:7 nach PAT.
Tiroler Rhythmus und erstes Field Goal
Die folgenden Angriffsserien beider Teams endeten mit einem Punt. Zur Mitte des ersten Viertels gelang es den Gästen, einen Rhythmus zu etablieren: Eine balancierte Offense aus Pass- und Laufspielzügen sorgte für mehrere First Downs und führte die Raiders in die gegnerische Red Zone. Lukas Haslwanter nutzte starkes Runblocking der Offensive Line aus und arbeitete sich in mehreren Spielzügen immer weiter nach vorne. Doch Paris-Verteidiger Roderick Daniels sackte Krajewski, warf die Raiders im Drive zurück und machte einen Touchdown deutlich schwieriger. Jonata Loria kam zum Einsatz und verkürzte mit einem 27-Yard-Field-Goal auf 3:7.
Defensive Big Play bringt die Führung zur Pause
Das zweite Viertel begann mit einem Big Play der Tiroler Defensive: Zach Edwards lief selbst für ein neues First Down, allerdings wurde ihm der Ball von Tim Unger aus den Händen geschlagen – Jan Mayerhofer sicherte das Ei und damit das Angriffsrecht. In dieser Phase setzte die Offensive hauptsächlich auf das Laufspiel, wobei Tobias Bonatti der Partie mit mehreren First Downs seinen Stempel aufdrückte. Im Anschluss warf Krajewski einen schnellen Pass auf Marco Schneider, der nach dem Catch mehrere Verteidiger stehen ließ und in die Endzone lief – erster Touchdown für die Gäste, 10:7 nach PAT.
Paris nahm durch eine lange Serie einiges an Zeit von der Uhr, kam aber nur zu einem Field Goal durch Dean Faithfull – 10:10 zur Mitte des zweiten Abschnitts. Direkt im Anschluss blieben die Tiroler ihrer Linie treu und gaben den Ball hauptsächlich in die Hände von Lukas Haslwanter, der großen Raumgewinn verzeichnete. Auch ein kurzer Pass auf Carter und ein Quarterback-Run von Krajewski brachten neue First Downs ein. Nach einer Reception von Lorenzo Bassi stand man abermals kurz vor der Pariser Endzone. Eine Strafe gegen die Musketeers brachte die Tiroler noch näher an die Line, und direkt nach der Two-Minute-Warning nahm sich Krajewski ein Herz: Der US-Amerikaner fand selbst eine Lücke in der Verteidigung und brachte im Fallen den Ball über die Linie. Großer Einsatz, der mit einem Score belohnt wurde – 17:10 nach PAT, gleichzeitig auch der Pausenstand.
Schockmoment nach der Halbzeit
Nach dem Seitenwechsel folgte ein Schockmoment für die Gastgeber: Austin Mitchell verletzte sich in einem Play und musste per Trage vom Feld gebracht werden. Das Spiel war für einige Zeit unterbrochen. Wir wünschen ihm eine schnelle und vollständige Genesung.
Die anschließende Angriffsserie der Pariser endete mit einem Punt. Tobias Bonatti erreichte rasch ein neues First Down, doch die Serie endete nach einem Sack an Krajewski ebenso schnell. Der nächste Drive von Paris dauerte lange, wurde durch ein erfolgreich ausgespieltes Fourth Down zwischenzeitlich verlängert und endete mit einem Field-Goal-Versuch: Der Kick wurde von den Raiders geblockt und der freie Ball gesichert. Die folgende Offensivserie der Tiroler war eigentlich schon beendet, doch eine Running-into-the-Kicker-Strafe gegen die Musketeers brachte ein neues First Down ein.
Nach einem weiteren First Down durch J’Kalon Carter trat Jonata Loria zu einem 37-Yard-Field-Goal an, das rechts daneben ging. Damit blieb es zum Start des Schlussviertels beim 17:10, und die Musketeers hatten direkt die Möglichkeit, den Ausgleich zu erzielen. Edwards nahm das Heft in die Hand, lief immer wieder selbst und verteilte zudem einen tiefen Pass auf Hugo Tekedam, der erst an der 10-Yard-Linie gestoppt wurde. Runningback Jason Bofunda durchbrach die Line schließlich im vierten Versuch – 17:17 nach PAT und spannende Schlussminuten waren garantiert.
Dramatisches Finish in den letzten Sekunden
Ein Option-Play über Krajewski brachte die Raiders aus der ärgsten Gefahrenzone, ein Laufspielzug von Bonatti brachte einige Yards ein – ein Punt von Loria war die Folge. Zwei Minuten waren noch zu spielen, das Spiel stand auf Messerschneide. Zach Edwards suchte vermehrt Hassane Dosso, der sein Team mit mehreren Catches an die Mittellinie führte. Receptions von Rémi Bertellin und Lokmen Nadjem brachten die Musketeers weiter nach vorne. Hugo Tekedam sorgte schließlich 16 Sekunden vor dem Ende mit seinem zweiten Touchdown des Abends für die neuerliche Führung der Gastgeber – 17:24 nach PAT.
Den Tirolern blieben nur noch elf Sekunden. Krajewski suchte mit einem tiefen Pass die letzte Chance auf ein Comeback, der Ball wurde jedoch abgefangen. Damit war die bittere 17:24-Niederlage besiegelt.